Fähr- und Fördeschiffahrt Heise KG
Günter Heise war bis in die 1960er Jahre hinein Bootsmann bei der Förde-Reederei. 1963 macht er sich selbstständig und befuhr zunächst mit der kleinen RITA (1960), die er nach seiner Frau benannte, eine Fährstrecke innerhalb der Flensburger Förde und bot zudem Hafenrundfahrten an. 1975 gründete er gemeinsam mit Kapitän Karl-Heinz Winter die Fähr- und Fördeschiffahrt Heise KG. Die neu gegründete Reederei erwarb in Laboe ein Schiff und setzte es zu Rund- und Einkaufsfahrten um die Ochseninseln ein. Es erhielt den Namen LADY. Im Juni 1976 charterte das Unternehmen die SIEGFRIED II (1959) von der Förde-Reederei. Im gleichen Jahr hatte Geschäftspartner Winter das Unternehmen bereits verlassen. Dafür stieg Heises Frau Rita ein. Die LADY schied aus der Flotte aus, mit ihr betrieb Winter auf eigene Rechnung weiterhin Ausflugsfahrten. Für Einkaufsfahrten im Winter wurde von der Förde-Reederei zusätzlich die LIBELLE (1934) eingechartert, da die SIEGFRIED II nicht über eine ausreichend starke Heizung verfügte. 1976 wurde die LIBELLE übernommen und fortan unter dem Namen BENTE betrieben. Auch die SIEGFRIED II wurde 1977 gekauft, jedoch zunächst an die Förde-Reederei zurück verchartert. Von Januar bis April 1979 charterte man darüber hinaus die FLIPPER (1977) der Reederei Cassen Eils aus Cuxhaven. Das 400 Passagiere fassende Schiff war in dieser kurzen Charterzeit mit Abstand das größte Schiff der Reederei.
Im Mai 1979 ging Heise einen außergewöhnlichen Weg. Da es in der Hochzeit der Butterfahrten sehr schwierig war, geeignete Tonnage zu erwerben, kauften Rita und Günter Heise kurzerhand die ausgemusterte Autofähre PELLWORM (1966), ließen sie zum Butterfahrer umbauen und benannten sie nach ihrer Tochter in JULIANE um. Einkaufsfahrten mit einer auffällig in rot und weiß lackierten Autofähre blieben eine Rarität auf der Förde. Auf dem Autodeck wurde ein weiterer Salon eingerichtet. Damit verfügte die Reederei kurzzeitig über drei eigene Schiffe. Von der SIEGFRIED II trennte man sich schon 1980, von der BENTE 1984. Durch neue Zollbestimmungen wurde zudem der Betrieb der JULIANE Ende 1985 unwirtschaftlich, sodass auch dieses Schiff aufgelegt und 1987 verkauft wurde. Als Ersatz erwarb die Reederei 1987 und 1988 mit der DUBURG (1930) und der ORION I (1938) zwei weitere Schiffe. Die DUBURG gehörte offiziell Birte Heise. Das Schiff sollte neben Einkaufsfahrten auch Glücksburg anlaufen, was Heise versagt wurde. Die Idee des Ausbootens konnte nicht realisiert werden. 1989 entschied man sich dafür, die Reedereitätigkeit zu beenden. Die ORION I wurde zum Abbruch verkauft, die DUBURG fand ihren Weg über niederländische Interessenten nach London. Damit endete die 14-jährige Firmengeschichte.
Quellen: Gert Uwe Detlefsen u.A. (2000) Vom Dampfboot zum Katamaran. Die Geschichte der Flensburger Fördeschiffahrt und aller Tochterfirmen, S. 158-159, 168-169, 190, 206-207, Inselfähren-Forum










